Die unglaubliche Welt der Matrikelnummern und Creditpoints

Hallo Freunde,

bevor ich über meine anfänglichen depressiven Symptome schreibe, erkläre ich noch einmal kurz, in welcher Welt ich wie gefangen war.

Erst einmal bekommt jeder Studierende eine Matrikelnummer, mit der man im System registriert ist. Nicht Anne schrieb die Klausur, sondern die Matrikelnr. 2175276. Ja, ich kenne sie noch auswendig, da wir sie immer schreiben mussten. Auch in E-Mails gibt man immer brav seine Matrikelnr. an, auch wenn diese im unglaublich großen Mailverkehr der Uni untergeht (Ich spreche insbesondere von unserem Praktikumsbüro, eine sinnvolle Einrichtung, wenn man bedenkt, welche Unterstützung sie geben könnte). Jedenfalls war ich wie alle anderen nur eine [ganz kleine] Nummer. Wenn man psychisch nicht stabil ist und sonst immer von der Anerkennung der Lehrer lebte, kann dies durchaus ein großer Grund (unter vielen) sein, der zur Depression führte.

Bei mir fing alles im Wintersemester 2014 an: Ich hatte nicht nur einen Freund, der stark in seiner Depression verloren war, sondern auch im Studium war ich höchst unzufrieden. Dies lag daran, dass ich nicht wusste, was ich eigentlich wollte. Deshalb packte ich meinen Stundenplan so voll wie es ging (ich studierte ja schließlich „nur“ Sozialwissenschaften). Mein einziges Ziel war, die Anforderungen zu erfüllen und alle Creditpoints zu sammeln, die vorgesehen waren. Deshalb wählte ich „Öffentliches Recht“ , da dies viele Creditpoints brachte. Jurastudierende können mir bestätigen, dass dies das langweiligste Fach im ganzen Jurastudium ist und ich hatte das als Nebenfach… Ich war bei einer Studentenorganisation namens AIESEC in der Finanzgruppe (ich- Finanzgruppe? Ist schon lustig im Nachhinein. Da bin ich natürlich stark an meine Grenzen gekommen und war unglaublich überfordert. Von Statistik (Analyseverfahren) muss ich glaube ich erst gar nicht anfangen. Du kannst dir vorstellen, dass meine innere Frustration nach und nach gefährlich anstieg.

Es ging mir schlechter und schlechter. Dazu starb meine Oma an einem Gehirntumor, was für mich bis jetzt die schrecklichste Art zu sterben ist. Ich machte mit meinem Freund an Silvester Schluss, weil ich einfach nicht mehr konnte (für den Zeitpunkt wurde ich von ein paar Leuten etwas gehated).

Zu dieser Zeit war ich sehr viel zu Hause, aber da ich so sehr in dem System gefangen war, verbrachte ich meine Zeit nicht damit, mich um mich selbst zu kümmern. Im Gegenteil: Ich lernte für Tests und versuchte verzweifelt, eine Praktikumsstelle zu bekommen, denn es wurde Zeit (Im Nachhinein ein Quatsch, sich derartigen Druck zu machen). Nur WO und WAS um Gotteswillen?! Mein Stresspegel war in einer Klausur die ich zur Vorlesung „Friedens,-und Konfliktforschung“ schrieb, am höchsten. Ich glaube, dass dies ein Nervenzusammenbruch kurz vorher war, mir war schwindelig und ich dachte wirklich, ich kippe um und NIEMAND interessierte sich dafür. Das Schockierende war, ich konnte mein Gehirn so sehr auf Leistung weiter trimmen, dass ich die Klausur schrieb. Da ich dafür alles auswendig gelernt hatte, sprang sogar eine 1,3 dabei heraus. Ist schon sehr krank oder?

Jedenfalls habe ich (Gott sei Dank) alle möglichen körperlichen Beschwerden entwickelt: Ich hatte enorme Bauchschmerzen vor allem nachts, die nicht verschwanden. Ich hatte Schwindel und dachte manchmal, ich muss umkippen. Dazu kamen merkwürdige Flecken. Meine Eltern und ich untersuchten erstmal alles, um körperliche Krankheiten auszuschließen. Natürlich wurde nichts gefunden.

Bis ich dann letztendlich doch eine Psychologin aufsuchte, verging eine lange Zeit, die mich mehr und mehr in die Depression trieb…

Mehr dazu hier 🙂

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