Pepe

So Freunde. Hier kann ich euch mal über etwas Positives berichten. Hier habe ich euch schon davon erzählt, dass mich meine Arbeit in der Erstaufnahmebehörde in den Wahnsinn getrieben hat. Bzw. in die Depression. Nach meinem Klinikaufenthalt von September 2017 bis Januar 2018 bin ich wieder zurück zu meiner alten Arbeitsstelle gegangen. Dieses mal aber mit weniger Druck auf mich selbst. Doch da ist dann etwas passiert, was mein Leben verändern sollte. Ich habe meinen jetzigen Verlobten Pepe aus dem Iran kennen gelernt. Er ist mir direkt im Kurs aufgefallen, da er und sein bester Freund und seine Frau eine enorme Ausstrahlung hatten.

Ich habe versucht, den Kurs in der Behörde etwas entspannter angehen zu lassen, deshalb setzte ich mich in den Pausen öfter nach draußen und plauderte auch mit meinen Teilnehmer/innen. So kam es, dass ich auch mit Pepe und seinem Freund öfter mal draußen saß und mich unterhielt. Es war sehr interessant, welche Geschichte sie bereits hinter sich hatten als Unternehmer im Iran. Und wie Trump alle Pläne durchkreuzte. Pepe sprach mich nie direkt nach der Klasse an (wie manchmal andere, was sehr unangenehm war). Da er genau das wusste. Er schrieb mich eines Tages bei Instagram an à la <<Hello Teacher>> und fragte mich schließlich nach einem Treffen in Hannover.

Und dann ging das ganz schnell. Sodass ich dann innerhalb von 2 Wochen direkt dorthin gezogen bin. Niemand aus meiner Familie konnte das verstehen oder hätte das unterstützt. Und das war das beste, was ich tun konnte. Ich wechselte meinen Arbeitgeber erst innerhalb in Osnabrück (da ich die BAMF- Zertifizierung für Deutsch als Zweitsprache absolvierte). Dies ist ein anderes Thema, da es eine Tortur war, insbesondere direkt nach meiner Klinikentlassung (3 Monate später).

Dann wechselte ich den Arbeitgeber von Osnabrück nach Hannover, jedoch in einen Honorarvertrag. Ich habe aber unglaublich viele schlechte Erfahrungen gemacht, insbesondere von privaten Anbietern, die Sprachkurse anbieten. Da werden die Lehrer hin,- und hergetauscht. Je nach dem, ob die zahlenden Schüler mit der Lehrkraft klar kommen oder nicht. Doch soviel dazu.

Ich bin einfach unfassbar glücklich mit Pepe, da er mich genau so sieht, wie ich bin. Insbesondere ein Satz hat mich von ihm umgehauen: „Ich habe gemerkt, dass dein Lächeln in der Klasse sehr schnell verschwand, sobald der Kurs vorbei war.“ Und das stimmte auch. Ich legte ein lächelndes Gesicht auf und versuchte Spaß in den Kurs zu bekommen, was aber nicht machbar war. Danach war ich einfach ausgelaugt und musste unbedingt schlafen. Er hat mich sehr gut durchschaut und war der erste Mensch in meinem Leben, der mich so sehr darin unterstützt, wer ich wirklich bin.

Deshalb reden wir auch nicht über die Diagnose „Depression“. Ich habe meinen Job im Oktober gekündigt, weil ich wieder einmal sehr stark am Boden war. Pepe hat mich gefragt, was ich am Liebsten machen möchte. So sind wir auf die Idee gekommen, spontan einen Europatrip zu machen mit dem Endziel unserer Traumtadt BARCELONA! Lest über diesen Roadtrip hier .

Doch erstmal hier ein paar Fotos zu unserem Alltag:

Die mir auf Instagram folgen, wissen dass ich auch viele Bilder unseres gemeinamen Familienmitglieds poste: LUKI. Pepe hat Luki eigentlich als „Gast“ aufgenommen von einem iranischen Paar, das Luki von Griechenland nach Deutschland gebracht hat. Das Paar durfte Luki nicht in der Flüchtlingsunterkunft behalten, deshalb hat Pepe Luki übernommen. Und er bleibt jetzt für immer.

Mehr zu unserem ersten gemeinsamen Eurotrip 2018 in meinem nächsten Post!

Habt einen tollen Tag. Und schreibt mir auf Instagram.

Anvie

2 Kommentare zu „Pepe

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