Max- das neue Abenteuer

Hallo Freunde!

wie ihr auf Instagram (_anvie_) vielleicht gesehen habt, haben wir jetzt eine Baby-Katze. Ich wusste nicht mal, dass man Babykatzen „Kitten“ nennt, da gefällt mir das englische Wort „Kitty“ doch wesentlich besser. Es gibt vieles, was mir in anderen Sprachen besser gefällt, aber sei’s drum.

Ich habe den kleinen Kater (halb Bengale, halb Hauskatze) auf einer Plattform im Internet gesehen und mich direkt in das Bild des kleinen Tigers verliebt. Der Name fiel mir auch direkt – wie eine Eingebung kam mir der Name „Max“ in den Kopf. Aber englisch ausgeprochen wie „Mäx“. Ich habe bei der netten Dame angerufen und schon konnten wir ihn abholen, bzw. Pepe hat ihn auf den Rückweg mitgebracht. Ich war an dem Tag, als die beiden zurück gekommen sind, total aufgeregt. Habe mich sehr auf unser neues Familienmitglied gefreut. Unser Wunsch war auch, ein zweites Tier zu Hause zu haben, damit unser Hund Luki nicht so alleine ist.

Tja- und da war der kleine Racker da:

Es war ein Tag voller Emotionen für mich, plötzlich so ein kleines Baby zu haben. Und da ist mir klar geworden, wie groß mein Respekt gegenüber Müttern ist. Ich mache mich ja hier mit dem kleinen Kätzchen schon verrückt, da ich die Verantwortung spüre. Wie ist das dann mit einem Baby? Das Baby, was man stillen muss, was permanent die Aufmerksamkeit braucht. Eine Babykatze kann man auch mal alleine lassen, aber kein Menschenbaby. Auch bei uns kommt der Schlaf momentan etwas zu kurz, da Max jede halbe Stunde wach wird und auf unserem Bett rumtollt. Da wir momentan noch ein offenes Apartment haben, kann sich halt niemand zurück ziehen. Darunter leiden nicht nur wir. Auch für Luki ist dies eine große Herausforderung. Wie ihr auf folgenden Bildern sehen könnt, war er natürlich auch sehr skeptisch, als Max plötzlich da war:

Ich liebe Luki und daher tut es mir weh zu sehen, dass Max ihn anfaucht und er deshalb noch ängstlicher ist als zuvor. Meine Eltern haben mich gefragt, ob Luki nicht Max beißt. Da muss ich kurz lachen, da Hunde oft vor den Katzen Angst haben. Ich muss aber sagen, wenn eine Katze faucht, schrecke ich auch erstmal zurück. Dank Instagram (Werbung?) habe ich großartige Hilfe bekommen. An dieser Stelle auch Danke an Mara für die Hilfe nachts. Ich habe nämlich in der ersten Nacht einen krassen Albtraum gehabt. Ich bin schon unbehaglich eingeschlafen, weil ich wusste, dass Max irgendwann in unser Bett kommen würde. Ich bin da selber so bisschen unsicher wie Luki komischerweise. Jedenfalls bin ich nachts aufgeschreckt und habe plötzlich 3 Katzen gesehen und fragte Pepe im Halbschlaf: „Siehst du diese Katzen hier?!“ Ich hatte unfassbare Angst. Vielleicht ist unter euch ja ein Traumdeuter und kann mir sagen, was der Traum zu bedeuten hat. Ich hatte unfassbare Angst und gleichzeitig auch ein Schuldgefühl, dass ich eine schlechte „Mama“ für Max sein könnte. Nach 2 Stunden habe ich mich endlich wieder beruhigt und konnte irgendwann auch schlafen. Ich habe aber gemerkt, dass bestimmte Situationen immer noch vieles im Unterbewusstsein aufrütten können.

Jeder sagt so zu meinen Fotos auf Instagram: „Oh ist der süß“ Ja- süß auf jeden Fall und ich liebe ihn auch jetzt schon. Aber Katzen sind doch soooo anders als Hunde, deshalb für mich eine Herausforderung: Sie sind verspielter mit ihren scharfen Krallen, selbstbewusster und scheren sich nicht darum, was andere machen. Auf der einen Seite toll, auf der anderen Seite muss ich mich auch echt daran gewöhnen. Auch diesen „Killerinstinkt“ sieht man doch ständig in Katzen oder nicht? Mich würde das als Hund auch gewaltig unsicher machen.

Wir werden aber alles dafür geben, das wir bald als Familie in einem größeren Haus wohnen werden, wo wir uns alle auch mal zurück ziehen können.

Eines ist mir klar geworden: Viel mehr das wertzuschätzen, was man bereits schon hat, ist glaube ich der Schlüssel zum Glück. Aber die Leute mit Badewanne: „fuck you“. Die hätte ich auch so gerne, ich hoffe wir haben später eine.

Update: Eine Woche später…

Eine Woche später haben wir Max leider wieder abgegeben. Mein innerer Stress wurde immer größer. Auch von außen werden momentan viele Dinge an mich herangetragen, die ich erstmal verarbeiten muss. Ich rede hier von der Unrechtmäßigkeit und Tortur der Ausländerbehörde (des systematischen Versuchs der Abschiebung meines Verlobten) und der Verachtung des Jobcenters, wenn man finanziell abhängig ist. Zudem hörten die Albträume über Katzen nicht auf. Ich hatte somit auch keinen richtigen Schlaf, da ich fast alle zwei Stunden wach wurde, weil Max sich übergab, spielte oder andere Dinge machte. Katzen scheren sich nicht darum, dass sie alles auf den Kopf stellen. Ich hatte eine ziemliche Krise bevor wir Max abgaben, da ich natürlich sehr traurig darüber war. Wie ihr vorher lesen konntet, habe ich alles versucht, Max in unsere Familie zu integrieren. Aber es ist bei uns momentan so stressig, da schon wieder ein Umzug bevorsteht. Es gibt keine Regelmäßigkeit und auch die Aufmerksamkeit, die er braucht, können wir ihm nicht geben. Ich habe aber auch gemerkt, dass Max in allen Armen momentan gut schläft. Da er auch noch so jung ist, wird es sich sehr gut bei Freunden einleben, da bin ich sicher.

Das war eine große Lektion für mich, bevor ich nochmal eine solche Verantwortung übernehme, werde ich mehr nachdenken. Mit Kindern finde ich das nochmals dramatischer und wichtiger zu überlegen, wann man ein Lebewesen in die Welt setzt und ob man dafür psychisch, beruflich und finanziell in der Lage ist. Traurig ist es, zu sehen, wie sich manche Leute nicht genug Gedanken darum zu machen scheinen oder Kinder in die Welt setzen, um von ihren eigenen Problemen abzulenken, oder sich die Liebe von den Kindern zu „holen“, die sie selbst nicht so bekommen haben. Wie wichtig es ist, selbst fest im Leben zu stehen (was auch immer genau das sein mag), bevor man die Verantwortung für ein Lebewesen übernimmt, ist so wichtig geworden für mich.

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