Wenn das Leben zum Kotzen ist

… und das im wahrsten Sinne des Wortes… Die mir auf Instagram folgen, wissen, dass ich jetzt seit 3 Tagen krank bin. Ich habe dauerhaft ein Übelkeitsgefühl und am ersten Tag musste ich mich mehrmals übergeben. Und wenn mein Magen sich zusammenkrampft und ich das Bewusstsein über meinen Körper und meine Psyche verliere, dann ist es soweit. Dann denke ich darüber nach, für was ich in letzter Zeit alles gekämpft habe. Wo ich meine Energie gelassen habe. Was mit mir und meinem Körper passiert ist.

Ich kann nicht gleichzeitig an mehreren Fronten kämpfen. Ich habe über 10 Dinge aufgeschrieben, die mir Kraft gekostet haben. Doch wenn ich mich gegen systematische Abläufe unserer Gesellschaft aufrege und eine Wut in meinem Bauch entsteht, die nicht mehr zu kontrollieren ist, dann passiert nur eines:

Ich verliere Energie, bin ausgelaugt, am Boden und übergebe mich. Ich muss kotzen, weil mich so viele Dinge aufregen und ich unfair finde. Zwei große Fronten sind da einmal die Ausländerbehörde, die unfair systematisch Flüchtlinge und auch meinen Verlobten abschieben will. Auf der anderen Seite steht da noch mein großes Fragezeichen der beruflichen Orientierung Ich habe auf Instagram bereits schon gesagt, dass ich als Dozentin bei einer VHS arbeiten werde. Doch selbst das ist noch in der Schwebe, den Honorarvertrag habe ich noch nicht unterschrieben. Zusätzlich brauche ich unbedingt einen sozialversicherungspflichtigen Job, das ist mir durch die kurze Zeit als Selbstständige (als Dozentin) klar geworden.

Ich war auch im Krankenhaus, doch da konnte natürlich niemand was in meinem Magen feststellen. Blutdruck okay, Magen fühlt sich weich an. Was bleibt ist die Psyche, um die sich keiner kümmert. Ich bin selbst auch überzeugt, dass die Magenkrämpfe aus den Kämpfen entstanden sind. Aufgrund des Kampfes gegen das System, den ich als einzige nicht gewinnen kann. Der mir nur Energie raubt.

Doch was bleibt jetzt? Zunächst ist da das Selbstmitleid, weil es mir auch körperlich schlecht geht. Ich entschuldige mich bei meinem Körper, da ich wieder mal nicht genug auf mich selbst aufgepasst habe. Ich habe mein Grenzen nicht gekannt und mich wieder mal nicht geschützt. Selbstmitleid wird hier oft verpönt. Doch es ist für mich der richtige Weg: Ich tue mir selbst Leid. Nur so kann ich aus dem Schmerz lernen, da ich ihn wahrnehme und durch ihn durchgehe.

Jetzt bin ich zum Glück einen Schritt weiter: Durch Inspirationen von Coaches im Internet ist mir klar geworden: Ich kann im außen nicht das Glück suchen. Durch bestimmte Glaubenssätze erschafft jeder seine eigene Realität. Nach dem Gesetz der Gleichheit zieht man immer das an, was in seine eigenen Überzeugungsmuster passt. Sehr negativ habe ich über das deutsche System geklagt. Dementsprechend negativ ist mir auch alles aufgefallen. Ob es nicht auch objektiv wahr ist, kann ich nicht beurteilen. Ich weiß nur, dass ich mich mehr meinem Inneren zuwenden möchte. Ich möchte dankbar dafür sein, was ich bereits jetzt schon habe. Dass ich in einer glücklichen Beziehung bin und wir einen tollen Hund haben.

Mit dem Blick ins Innere, werden äußere Umstände nicht mehr so dramatisch. Eckhard Neuhoff beschreibt das in seinem Buch „Vom Grenzgänger zum freien Menschen“ sehr gut: Gegen etwas zu kämpfen kostet unglaublich viel Kraft. Gegebenes sollte manchmal akzeptiert werden, um für das einzustehen, was möglich ist.

Dementsprechend versuche ich jetzt, nicht an allen möglichen Fronten zu kämpfen sondern nur da, wo ich meine Energie auch einsetzen kann. Das Glück im Inneren zu finden, ist glaube ich der Schlüssel. Dann ist es egal, ob ich in Heidelberg, Barcelona, Stolberg oder Los Angeles wohne.

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