Zwischen Unterricht, Bäckerei und Social Media

Arbeitswelt – Ein Update

Ich habe im letzten Post ja schon geschrieben, dass ich mich wieder in die Arbeitswelt „integrieren“ möchte. Dies liegt nicht daran, dass ich nicht weiß, was ich sonst mit meiner Zeit anfangen soll. Ideen habe ich genug. Der einzige Grund, der mir jetzt einen Sinn in meiner Arbeit verleiht ist tatsächlich: Geld! Und dass ich weiß, was ich mit meinem Verlobten damit anfangen möchte. Früher wusste ich einfach nicht, was ich mir Schönes gönnen möchte und habe deshalb so gar keinen Sinn in meiner Arbeit gesehen. Nicht für das Geld und es machte keinen Spaß – also pure Sinnlosigkeit und Gründe für die Depression.

Doch wenn ich Geld jetzt nicht so unbedingt brauchen würde, hätte ich viel mehr Zeit für kreative Ideen und könnte mich ganz dem Schreiben/ der Kunst/ der Musik und des Lesens widmen. Deshalb finde ich die Idee des Grundeinkommens so spannend. Überlegt euch mal: Was könntet ihr alles tun, wenn ihr finanziell abgesichert seid? Wenn ihr nicht dazu gezwungen wärt, einer Arbeit nachzugehen, die nicht eurer inneren Bestrebung entspricht. Wenn wir anfangen würden, uns mehr zu lieben, bzw. darauf zu achten, was wir wirklich wollen, würde glaube ich niemand diese ausbeuterischen Jobs machen. Und das ist ja keinesfalls vom System gewünscht. Die unterbezahlte Arbeit in den Pflegeberufen ist ein Beispiel. Aber ich merke auch in der Gastronomie und jetzt in der Bäckerei, wie gestresst die Leute sind. Ich glaube, wenn ich jeden Tag so gestresst wäre, würde ich so stark gegen mein inneres Ich arbeiten, dass ich diese Arbeit niemals so jahrelang ausführen könnte, wie viele Leute, die ich bis jetzt in diesen Jobs kennen gelernt habe.

Ich habe im letzten Post geschrieben, dass ich mich integrieren „muss“. Und ja – dies ist natürlich nicht ganz freiwillig. Ich versuche wirklich, mich einzufinden und in meinen zwei Vertretungsstunden im Deutschunterricht hat das auch schon sehr gut geklappt. Aber das kann auch daran liegen, dass der Stundenlohn fast viermal höher ist als in der Bäckerei. In der Bäckerei bin ich natürlich ungelernt und bekomme den Mindestsatz. Im Gegensatz zum Bamf- Kurs: Die 2500,- Euro Investierung in die BAMF- Zertifizierung für Deutsch als Zweitsprache zahlt sich dann letztendlich doch aus.

Ich habe gesagt, dass ich „versuche“ mich in die Arbeitswelt zu integrieren. Damit spreche ich an, dass meine innere Stimme mir etwas anderes sagen will. Dass ich ein unwohles Gefühl in der Bäckerei habe, wenn der Stress da so krass zu spüren ist. Und wenn die Kollegin mir sagt, dass dieser „ganze Dokumentescheiß in der Spätschicht sie so abfuckt“, erhöht das natürlich nicht gerade meine Motivation. Ein weiterer Dämpfer sind natürlich die Arbeitszeiten. Wobei ich jetzt erst einmal abends für 2,25 Stunden pro Tag für den „Dokumentenscheiß“ eingearbeitet werde. Da liegt auch das Problem, was mich stört: Das von außen vorgegeben wird, wann ich wo zu sein habe. Das ist in der Arbeitswelt natürlich normal, aber dann arbeite ich lieber morgens und bin dann für den Tag fertig, anstatt den ganzen Tag mit den Gedanken schon bei den zwei Stunden in der Bäckerei zu sein. Natürlich kann man an diesem Punkt auch mit seiner Gedankenwelt arbeiten und sich mehr auf das „Hier und Jetzt“ konzentrieren. Aber ich hoffe, ihr könnt es trotzdem nachvollziehen.

Es waren gestern nur 2,25 Stunden in der Bäckerei, aber ich war unglaublich platt am Ende. Weil alles neu war und die Kollegin keine Nerven hatte, mir alles in Ruhe zu erklären. Dies ist auch vollkommen verständlich: Sie wollte schließlich nach 6 Stunden um 21:15 pünktlich Feierabend machen, da sie am nächsten Morgen auch schon wieder Frühschicht hatte (fängt um halb 6 an). Da muss man sich natürlich nicht wundern, wenn die Laune am Tiefpunkt ist. Jedoch für mich als Neueinsteigerin natürlich belastend.

Aufgrund dieser Probleme in der Arbeitswelt, die meiner Meinung nach nicht mehr modern sind, ist die neue Bewegung namens „Smartphone Millionär“ auch so erfolgreich. Hier spreche ich Network Marketing Unternehmen an, die Leute anwerben, in dem sie genau das versprechen, was sich jeder ausgebeutete Arbeitnehmer in der heutigen Zeit wünscht: Orts,- und Zeitunabhängigkeit: Du kannst überall arbeiten, da du mit deinem Handy arbeitest! Sie werben mit Videos, wo Leute zusammen am Strand Yoga machen und sich in der Sonne räkeln, während sie arbeiten. Du entscheidest, auch wann du arbeitest, wann du Pausen machst und wann du mal für paar Tage wegfliegst. Niemand sagt dir, was du zu tun und zu lassen hast. Du bist also dein eigener Chef und hast nicht mal finanzielle Risiken. Sie werben damit „dass du nur gewinnen kannst“.

Das trifft doch genau das, was sich viele Arbeitnehmer wünschen oder? Ich sehe aber die Entwicklung in diese Richtung auch kritisch. Die verschiedenen Gründe dafür benenne ich in einem neuen Blogeintrag. Klickt hier, wenn ihr mehr über meine eigenen Erfahrungen mit Network Marketing in den sozialen Medien erfahren wollt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s