Depression is your mind telling you it's tired..

…of being the character you’re trying to play“ – Jim Carrey

Dieses Zitat trifft es meiner Meinung nach sehr gut. Ich bin müde davon, jemand zu sein, der ich in Wahrheit gar nicht bin.

Vor allem beruflich gesehen habe ich meinen Endpunkt (oder Wendepunkt?) erreicht. Es geht nicht mehr. Sich das einzugestehen ist hart. Es hat immer einen Anflug von Versagen, wenn man schon wieder zum Arzt gehen muss, um sich krankschreiben zu lassen. Insbesondere, da ich immer wieder auf Ärzte treffe, die nicht sehr empathisch mit psychischen Problemen umgehen. Dabei sind doch so viele körperliche Krankheiten auf psychischen Stress zurückzuführen.

Ich bin unfassbar müde – aber nicht so, dass ich schlafen gehen sollte, damit ich wieder Energie laden kann. Nein, körperlich und geistig ausgelaugt, energielos, zeitweise hoffnungslos und verletzt.

Den Charakter, den ich vor einem Monat angefangen habe zu spielen, war der der neuen motivierten, ideenreichen Kollegin, die sich in ein Team einbringt, welches chaotisch ist und sich gerade erst bildet. Es geht ganz grob um ein Projekt mit Kindern in einem Viertel, in dem besonders viele arme Familien leben und mit denen Aktivitäten gestartet werden sollen.

Im Grunde genommen ist das eine Aufgabe, in der ich Zeit brauche, um mich einzuarbeiten, Kooperationspartner rauszusuchen und Ideen zu sammeln, um Aktivitäten zu starten. Ich habe auch Ideen und ich wollte es auch wirklich – doch es ging nicht. Jeden Tag spürte ich, wie ich innerlich extrem gestresst nach Hause gekommen bin. Ich spürte, dass was nicht wirklich glatt läuft und ich hatte diesen inneren Drang, etwas verändern zu wollen. Doch das ist manchmal gar nicht möglich/ oder nötig. Nur mich macht es kaputt. Manchmal brach‘ die Anstrengung in Form von Tränen aus mir heraus. Doch ich wollte nicht aufgeben.

Ich weiß, woher dieser enorme Stressanstieg kommt und habe hier ja auch schon über das eine oder andere gesprochen. Pepes frustrierende Situation ist nur ein Faktor, der von außen draufdrückt. Von innen spüre ich diese Anspannung, „leisten zu müssen“ (obwohl ich ja erst neu war), sich „beweisen zu müssen“. Gepaart mit dem großen Freiraum, den ich dort hatte, führte das einfach zu einer Überforderung, weil ich einfach wieder viel zu viel von mir verlangte. Und da komme ich zu den inneren Stressfaktoren: Das Gefühl, nicht gut genug zu sein, ließ mich nicht zur Ruhe kommen.

„Ich bin müde davon, jemanden zu spielen, der ich gar nicht bin.“ Auf Instagram und auch hier spreche ich sehr offen mit euch und bin da so, wie ich bin. Ich habe schon gedacht, dass es wie eine Art zweites Ich gibt, welches sich in der Berufswelt nicht zeigen darf. Und dieser innere Kampf macht mich einfach sooo müde. Es ist so, als würde man jeden Tag gegen etwas ankämpfen, was einem Energie raubt.

Ich möchte mir aber den Stempel der „Krankheit“ Depression nicht draufdrücken lassen. Ich bin nämlich immer noch der Meinung, dass diese Symptome eine „normale“ Reaktion auf krankmachende Umstände sind. Doch wenn das System so riesig groß ist, inkl. Leistungsgesellschaft und Traumatisierungen in der Schulzeit usw., dann ist das Wort „Depression“ doch letztendlich auch nur ein Wort, welches einem erlaubt, für eine gewisse Zeit auszusteigen, oder?

Doch wer bin ich denn dann wirklich? Ich denke, das ist genau die Frage, die mich ein ganzes Leben lang begleitet. Es lohnt sich auf jeden Fall, sich auf den Weg zu machen. Ich hoffe, unsere Gesellschaft lässt dies irgendwann auch mehr zu und wir sind weniger in diesen (finanziellen) Zwängen gefangen.

Schreib‘ mir sehr gerne bei Instagram (_anvie_), unter meinem neuen Post oder privat 🙂

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