Turbulente Erfahrungen in der Arbeitswelt

Arbeit finden war der zweite große Punkt auf meiner To Do – Liste. Ich habe über 10 Punkte weggestrichen, die mich unglaublich gestresst haben und zwei Sachen sind geblieben: Neben der Arbeitssuche war die Wohnungssuche eine große Herausforderung. Doch Pepe und ich haben es gemeistert und eine wunderschöne Dachgeschosswohnung mit Panoramafenstern und einen naturbelassenen Garten gefunden und fühlen uns schon wie zu Hause. Immer noch in Stolberg bei Aachen. Der dritte Umzug in 8 Monaten.

Ich habe auch Arbeit gefunden, was eine enorme Anstrengung war und ich habe in letzter Zeit diesbezüglich viel dazu gelernt. Darüber werde ich euch hier berichten.

Zunächst habe ich gelernt: Geld ist und bleibt so existenziell wichtig hier. Abhängigkeit vom Staat ist eine Tortur und es wird einem so schwer wie möglich gemacht, mit dem Geld leben zu können.

Zweitens: Ich suche mir meinen Job jetzt auch danach aus, was meinem „Status“ entspricht: Das heißt, ich habe einen Bachelor, Berufserfahrungen und das nötige BAMF- Zertifikat zum Unterrichten.

Doch ich wollte bisher einen anderen Weg gehen und zwar als ungelernte Kraft in der Gastronomie arbeiten. Es war eher eine Illusion zu glauben, dass ich in der Gastronomie glücklich werden könnte: Ich dachte nämlich, ich passe als offene, kommunikative und etwas verrückte junge Frau da ganz gut rein. Tja- ich hatte den Stress meines Lebens. In den letzten drei Monaten absolvierte ich vier Probearbeiten. Zwei davon waren eine Katastrophe (Restaurant und Café-Bäckerei, da war die Sympathie vielleicht einfach null vorhanden zwischen mir und den „Entscheidern“. Aber es hört für mich auf, wenn der Boss mit Kameras beobachtet und wenn respektloses Verhalten an der Tagesordnung steht). Die eine Probearbeit habe ich abgebrochen, die andere wurde abgebrochen :D.

Eine weitere Erfahrung hatte ich in einem Eiscafé: Sechs Stunden Nonstop arbeiten, während der Big Boss mir die ganze Zeit dabei zusah und ich mein Bestes gab und mich derart unter Druck setzte. Doch ich habe durchgehalten mit Erfolg. Sie hätten mich tatsächlich auch genommen. Dies war nach den vielen Niederlagen so eine Art persönlicher Triumph.

Meine letzte Erfahrung machte ich dann in einer Bäckerei. Und dies war immer noch stressig, da alles so neu war aber bei weitem nicht so wie in einem Restaurant. An dieser Stelle: Hut ab an alle Kellnerinnen und Kellner. Ich kann’s nicht.

In der Bäckerei werde ich jetzt auch anfangen und zwar nur mit 15-20 Stunden pro Woche. Der Verkauf hat mir nämlich immer schon viel Spaß gemacht. Und nicht ständig zu allen Tischen rennen zu müssen ist doch durchaus angenehmer. Dennoch ist mir klar: Ich kriege nur den Mindestlohn und reich werde ich mit dem Job ganz sicher nicht. Daher taucht manchmal der Gedanke auf: Anne, bist du blöd? Du kannst doch als Dozentin viel mehr Geld machen. Ich habe diese Erfahrungen aber machen wollen, weil ich sonst nie herausgefunden hätte, ob nicht ein anderer Job besser zu mir passt. Und natürlich kann man jetzt kritisieren, dass ich mich ständig in der gleichen Branche aufhalte, ich habe halt nicht locker gelassen. Und deshalb habe ich es immer und immer wieder probiert. Und kann jetzt sagen: Bäckerei ist eine gute Option für’s erste.

Und zwar aus folgenden Gründen: Ich kann darüber meine Sozial,- und Rentenversicherung laufen lassen. Ich war nur mal wenige Monate selbständig im Dozentenbereich und habe dort gemerkt, wie groß die Abgaben sind (z.B. über 300,- Euro nur für die Krankenkasse). Deshalb ist mir das sehr wichtig geworden, so abgesichert zu sein und zahle natürlich auch etwas in die Rentenversicherung ein.

Gleichzeitig habe ich eine Stelle als Dozentin an einer VHS für einen Deutsch- B2- Kurs bekommen und dies ist tatsächlich gutes Geld, welches ich dann noch „on top“ bekomme. Ich brauche allerdings am besten noch eine zweite Dozentenstelle. Im Sinne meines „Status“, was ich eingangs schon beschrieben habe.

Diese Lösung finde ich derzeit eigentlich ganz gut. Irgendwie „muss“ man sich ja schließlich in der Arbeitswelt integrieren. Dieses Wort „müssen“ wollte ich eigentlich aus meinem Repertoire streichen, nach dem Motto: „Ich muss erstmal gar nichts“. Dies kommt daher, dass ich viel zu lange fremdgesteuert war und nicht dem gefolgt bin, was ich selbst möchte. Wenn ich jetzt das Gefühl habe, ich werde unter Druck gesetzt, weil ich etwas machen „muss“, zieht das so unglaublich stark an meiner Energie.

Inspiriert haben mich die Leute, die sich sagen: „ich kann und will mich hier in dieser Arbeitswelt nicht integrieren. Ich habe es mehrmals versucht und es geht nicht.“ Diese Leute erkennen nämlich an, wie krank unsere Leistungsgesellschaft ist und spielen dieses Spiel nicht mit. Für mich mit fast 25 Jahren kommt das natürlich nicht in Frage, ich stehe ja schließlich grad erst am Anfang meiner Suche nach meiner Berufung. Da kann ich schlecht sagen: „Nö Leute, gebt mir Invalidenrente und ich bin raus!“ Mir bleibt nichts anderes übrig, als mich dem Spiel hier irgendwie anzupassen und doch meine Art zu bewahren. Als Lehrerin im Sinne des Quereinstiegs ist das ja vielleicht auch ganz gut?

Und wie es ist, vom Staat abhängig zu sein, habe ich jetzt 6 Monate erfahren und es reicht mir tatsächlich. Alleine schon Arbeitslosengeld (ALG) zu beantragen war die bisher größte Tortur. Ein Riesenunterschied besteht tatsächlich zwischen ALG1 und ALG2. ALG1 ist 60 Prozent vom Nettolohn, wenn man für eine bestimmte Zeit sozialversicherungspflichtig beschäftigt war. Dafür ist die Arbeitsagentur zuständig. Es ist daher noch etwas höher angesehen als ALG 2. (Man hat ja schließlich vorher dafür etwas geleistet). Um das Sozialgeld AlG 2 zu beantragen, wird man zum Opfer des Jobcenters. Tut mir Leid, wenn ich dies so ausdrücke. Ich möchte keine Menschen damit beleidigt, die dort Geld bekommen. Es ist nur mein Empfinden gewesen. Um wirklich 10000 Anträge für dieses Geld zu beantragen fehlt doch oft die Energie und insbesondere, wenn man arbeitslos ist, hat man eh schon eine extrem belastende psychische Situation. Aber wie will ich da einfühlsame Menschen auf der Seite des Jobcenters erwarten, wenn das Hauptziel ist, Leute so schnell wie möglich wieder an die Arbeit zu bringen? Doch wenn ich als 24 Jährige eine Auszeit brauche um mich zu orientieren, wie genau soll das gehen? Mir ist schon bewusst, dass ich sehr idealistisch denke, finde das aber angebracht 😉

Und dann wählt man tatsächlich schnell wieder den Weg in die Arbeit und das ist schließlich das, was das System auch will. Ich versuche deshalb, mich hier auch zu integrieren und bin mir dabei bewusst: Arbeit bedeutet letztendlich, dass ich meine Zeit verkaufe und dadurch Geld bekomme, um mir das leisten zu können, was ich will. Wenn ich nicht arbeite, wird man vom System so lange unterdrückt, bis man seinen Weg endlich geht. Und ja – das tue ich. Und ich bin mir bewusst, dass meine derzeitigen Jobs erst der Anfang sind und bewahre meine größeren Träume, die ihr Stück für Stück mitverfolgen dürft. 🙂

Und noch eins ist mir bewusst geworden: Nirgendwo ist es perfekt und ich kenne derzeit keinen Arbeitsort, an dem ich mich 100 Prozent wohlfühle und ich mich mit meiner Persönlichkeit voll einbringen kann. Irgendwie ist man doch nie wirklich man selbst oder? Man spielt in der Arbeitswelt doch immer eine Rolle, die man einnimmt, um Geld zu bekommen. Wenn die eigene Persönlichkeit wirklich 100 Prozent zum Tragen kommt, hat man seinen Traumjob gefunden oder? Schreibt mir gerne, wenn es sowas tatsächlich gibt 🙂

Von der Idee zum Papier

So Freunde. Hier kommt ein wichtiges Update.

Wie ihr hier („Die Erschöpfung) und hier („Die langsame Erholung“) lesen konntet, habe ich ein krasses Tief sowohl körperlich als auch psychisch erlebt. Doch jetzt sind mehrere Dinge passiert, die einen neuen CRAZY NEW START bewirken können bzw. schon tun.

Tshirt und Tasse mit meinem Logo

Ein T- Shirt und zwei Tassen mit meinem Logo – designed von Micheline Benfer von goodgirrrl – sind angekommen. Eine Tasse wurde auf Instagram von mir live verliehen. Und zwar unter den Leuten, die mit mir ihren CRAZY NEW START in ihrem Leben teilen 🙂 Und Glückwunsch geht an Christian Stenner. Hier findet ihr ihn auf Instagram.

2.) Wohnungssuche

Es sieht ganz danach aus, dass wir eine wunderschöne Dachgeschosswohnung bekommen können und zwar in der Nähe des Parks, in dem ich immer mit Luki unterwegs bin. 🙂

3. ) Buchidee

Zu allerletzt und das ist das Spannendste überhaupt, fange ich momentan intensiv damit an, mein Buch zu schreiben. Diese Idee hatte ich schon sehr lange und vielleicht ist das sogar ein Kindheitstraum von mir. Da ist das Stichwort. Während des Schreibens befasse ich mich intensiver mit meiner eigenen Kindheitsgeschichte und mit den Gründen für meine Depression. Dies ist sehr heilsam für mich und kann durchaus auch inspirierend für viele andere sein. Letztendlich stecken wir ja alle in der Leistungsgesellschaft. Und ich decke so einige Dinge auf, die mir während meiner Kindheits-,und Schulphase nicht gut getan haben. Es geht mir niemals darum, bei irgendjemandem eine Schuld zu sehen. Letztendlich sind wir meiner Meinung nach alle dazu aufgefordert uns mit uns und unserer Kindheitsgeschichte auseinander zu setzen.

Ich erfahre so wirkliche innerliche Heilung. Das muss nicht bei jedem so sein. Ich erlebe jedoch oft, dass bei der Bearbeitung von Depressionen und anderen psychischen Krankheiten oft an der Oberfläche gekratzt wird. Die innerlichen, ursprünglichen Ursachen sind natürlich viel tiefer und dadurch auch so wichtig. Aber viele trauen sich da nicht dran. Für die innere Heilung sehe ich für mich aber keinen anderen Weg. Und ihr dürft mich sehr gerne begleiten 🙂

Auf Instagram merke ich bereits schon, dass ich mit meinen Gedanken, die ich schriflich verfasse, vieles auslöse. Und zwar in Menschen, von denen ich es niemals gedacht hätte, dass sie sich mir einmal öffnen würden. Ich denke, dass ich schon auf dem richtigen Weg bin. Und hoffe natürlich, dass diese schwere Phase, die Pepe und ich jetzt durchstehen, später umso mehr Glück beschert. Ich glaube daran.

Dieses Bild, was noch nicht ganz fertig ist, habe ich gemacht, weil ich mir so verdeutlicht habe, in welcher Zwickmühle ich war. Und zwar rechts das innere Kind mit allem Positiven, wie ein Kind von Natur aus ist. Doch ich folgte eher dem Weg des Leistungsprinzips links. Ein Beispiel: Ich wurde belohnt für gute Noten. Außerdem war eine wichtige Erkenntnis für mich, dass ich von außen gesteuert wurde. Also das Leistungsprinzip wird von außen stabilisiert. Ich bin in eine innerliche Schieflage geraten, die aber von außen nicht zu erkennen war. Dies zeigte eigentlich auch mein Körper, da ich insbesondere in der Schule stark litt. (z.B. extrem schwitzige Hände und Achseln, ich wollte niemandem die Hand geben). Dieses kleine Wort eigentlich benutze ich, da niemand (und ich selbst auch nicht) deuten konnte. Jetzt ist es klar ein Zeichen von starkem, innerlichen Stress, da das wahre Ich unterdrückt wurde.

Ich war sozusagen in einem Gefängnis gefangen – hin und her zerrissen zwischen Leistungsorientierung und dem innerlichen Bedürfnis nach Kreativität, Wildsein und Fehler machen dürfen.

Fortsetzung folgt. Jetzt wird erstmal die Tasse verliehen 🙂

Die langsame Erholung

Hello Freunde. Hier noch ein Update zu meinem heutigen Krisentag.

Wie ich es hier geschrieben hatte, wollte ich Instagram weniger nutzen und das habe ich heute bis auf kurze Momente auch gemacht. Meine Tasse mit meinem eigenen Logo „CRAZY NEW START“ ist heute Abend angekommen. Das musste ich einfach kurz posten.

Doch zurück zu meinem Tag und was ich getan habe, um meiner Erschöpfung „entgegenzuwirken“. Zunächst einmal geht es wohl darum, mit dem Körper „mitzuwirken“, das heißt, das wahrzunehmen, was ist. Die Situation jetzt zu akzeptieren, da sie nun mal da ist und wichtige Signale setzt. Ich habe mir vieles von der Seele geschrieben und werde auch vieles noch so aufarbeiten, um dies endlich irgendwann loslassen zu können.

Doch konkret an dem Tag habe ich noch Folgendes gemacht: Ich war wieder gesprächsbereit,um meinemPartner meine Gefühle zu verdeutlichen und es hat mir sehr gut getan, mit ihm zu reden. Doch die innerliche Arbeit, um dafür bereit zu sein, habe ich vorher geleistet. Und das kann einem keiner abnehmen, kein Partner/keine Partnerin, noch die größte Liebe dieser Welt. Mit der Innenwelt ist und bleibt man alleine.

Gleichzeitig hat sich auch was hinsichtlich Wohnungssuche getan. Es scheint so, als dass wir eine super schöne Dachgeschosswohnung direkt neben dem Park bekommen können, wo ich immer mit Luki bin und von dem ich immer Bilder auf Instagram poste. Doch solange wir nichts unterschrieben haben, bleibt meine existenzielle Angst etwas bestehen. Ich berichte euch, wie es damit weiter geht.

Was ich mir auch noch Gutes getan habe war Folgendes: Ich bin ins Schwimmbad gefahren. Habe meinen ganzen Körper im Wasser gespürt. Es war jetzt nicht unglaublich befreiend oder so aber es hat doch im Nachhinein gut getan, um meinen Körper zu entspannen. Es war ein Freitag-Spaß-Badetag an dem Tag und ich dachte erst: Och nöö, nur kreischende Kinder. Doch dann habe ich mit zwei süßen Kids Volleyball im Wasser gespielt. Ich habe mich etwas zu den ungefähr 10 Rabauken gesellt und da hat mich ein super aufgeweckter Junge gefragt, ob ich mitspielen möchte. Schnell fragte er mich nach meinem Namen 🙂 Kurz darauf wollte er die ganze Zeit mit mir alleine spielen. Ich liebe diese Offenheit und Ehrlichkeit von Kindern einfach. Mein inneres Kind hat sich natürlich sehr gefreut. 😉

Da ist mir klar geworden, dass ich beruflich vielleicht doch anstreben könnte, mich mit Kindern zu beschäftigen. Doch das kommt später. Erstmal muss das mit der Wohnung endgültig geklärt sein 🙂

Habt einen schönen Abend, Morgen, Nachmittag oder wann immer ihr das hier lest! 🙂

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Erschöpfung

Hallo Ich. Hallo Freunde.

Ich muss sagen, dass bei mir schon etwas länger die Alarmglocken angehen. Ich war im Krankenhaus vor ein paar Tagen, da ich starke Bauchkrämpfe hatte. Ich fühlte mich aber nicht nur körperlich schlecht, sondern auch psychisch komplett ausgelaugt. Und als das zusammentraf, folgte der komplette Absturz.

Mir war klar, dass ich was ändern musste. Ich habe schon hier beschrieben, dass ich durch den Schmerz gegangen bin, um zu erkennen, für was ich alles gekämpft habe in letzter Zeit.

Ich möchte hiermit auch Versöhnung mit den ganzen Therpeut/innen schließen. Ich habe mich gegenüber vieles aufgelehnt und gemerkt, dass meine Energie dabei flöten gegangen ist. Jetzt merke ich, wie wichtig es ist, auf seinen Energiehaushalt zu achten. Eine Verhaltenstherapeutin von mir hat mit mir mal eine Tankstelle aufgemalt und ich habe da schon gemerkt, wie viel Energie immer abgezapft, aber nicht aufgetankt wurde. Ich habe über 10 Energiefresser versucht aus meinem Kopf zu löschen. Geblieben sind 2 und zwar die Existenziellsten: Arbeit finden und Wohnung finden! Und Wohnung innerhalb von einer Woche, da wir rausgeschmissen wurden (anderes Thema und Energieverschwendung, sich darüber aufzuregen).

Jetzt bin ich wieder an einem Punkt, wo mein Energielevel den roten Bereich erreicht. Das Handy würde anzeigen: „Ihr Telefon wird in 30 Sekunden runtergefahren!“ Ich würde mal behaupten, es liegt bei dramatischen 5 von 100 Prozent. Tendenz sinkend. Doch vorher hatte ich mehr Energie (so 40 Prozent): Nach meiner Krankheitsphase mit meinem Magen habe ich wieder Aufwind gespürt und meine neue Energiewelle direkt ausgenutzt: Bin nach Köln gefahren, um mir da einen Job zu suchen. Ist ja schließlich eins von zwei Dingen auf meiner Liste! Da ist mir klar geworden, dass mein Energielevel nach einem Albtraum im Hotel wieder drastisch gesunken ist. Ich wollte ursprünglich in Köln Ehrenfeld durch Cafés tingeln, um einen Job zu finden. Ich saß dann schließlich in einem, habe mich verdammt einsam gefühlt, da alle ein Gespräch führten. Ich sehnte mich danach, aufgefangen zu werden und meine innerliche aufkeimende Traurigkeit durch Tränen loszuwerden. Eine Frau meines Alters wurde in dem Café gerade eingearbeitet und etwas umhergescheucht. Da wurde mir klar: Puh Anne! Wärst du an ihrer Stelle, würdest du direkt anfangen zu heulen. Zu viel Druck. Zu viel Anspannung und Stress, den ich bereits schon genug habe.

Ein wunderbares Gespräch mit Yvonne hat mich aufgefangen fürs erste. Hier kommt ihr zu ihrem Blog. Der heißt: „Dare to be mad“. Dort ist mir all das klar geworden, nämlich dass ich nicht bereit bin zu arbeiten! Und mich erstmal um mich selbst kümmern muss. Wieder einmal. Wieder eine neue Lernerfahrung.

Die Erfahrung war schmerzlich und mein Energielevel ist mehr und mehr gesunken, bis mir schließlich das Gehen schwerfiel. Auch das Sprechen, als Pepe mich vom Hauptbahnhof Stolberg abholte. Da war ich – ausgelaugt, energie,- und wortlos. Und allerallerhöchste Alarmstufe hinsichtlich Depression. Genau an diesem Punkt so weiter zu machen, wäre absolut schädlich und mein Gehirn würde mehr und mehr in depressive Symptome verfallen. Davon bin ich überzeugt.

Also was mach ich jetzt? An erster Stelle saß ich gerade in die Leere starrend auf unserem Balkon in der Sonne. Nach 10 Minunten spürte ich, wie Luki (unser Hund) mein Bein ableckte und sich das merkwürdig aber irgendwie erfrischend anfühlte. Automatisch fing ich an zu Lächeln. Doch das reicht natürlich nicht. Ich schreibe diese Worte. Am Anfang tippten meine Hände diese Worte noch müde in die Tastatur. Doch allmählich geht es schneller und fließender.

Dann habe ich für mich entschieden, diesen Artikel nicht auf Instagram zu bewerben, da ich ihn tatsächlich an erster Stelle für mich schreibe, um meine Gedankenlasten los zu werden. Auch Instagram ist ein Thema: Ich werde versuchen, dort weniger online zu sein, mir weniger Probleme durchzulesen und mich auch fürs erste weniger zu involvieren. Ja, auch Instagram gehört tatsächlich zu meinen Energiefressern, obwohl ich den Austausch mit den vielen tollen inspirierenden Leuten wunderbar finde und mich dort auch sicher nicht zurückziehen werde. Mit diesen Worten bin ich in Gedanken bei dir, Lia! Du bist ein so toller Mensch und hörst mir zu, obwohl wir uns noch nicht persönlich gesehen haben. Die Verbindung ist jedoch da 🙂

Ja- Handy aus. Schreiben und Lesen. Und Sonne. Das ist das, was ich jetzt brauche.

Lest hier, wie es weiterging.

Wenn das Leben zum Kotzen ist

… und das im wahrsten Sinne des Wortes… Die mir auf Instagram folgen, wissen, dass ich jetzt seit 3 Tagen krank bin. Ich habe dauerhaft ein Übelkeitsgefühl und am ersten Tag musste ich mich mehrmals übergeben. Und wenn mein Magen sich zusammenkrampft und ich das Bewusstsein über meinen Körper und meine Psyche verliere, dann ist es soweit. Dann denke ich darüber nach, für was ich in letzter Zeit alles gekämpft habe. Wo ich meine Energie gelassen habe. Was mit mir und meinem Körper passiert ist.

Ich kann nicht gleichzeitig an mehreren Fronten kämpfen. Ich habe über 10 Dinge aufgeschrieben, die mir Kraft gekostet haben. Doch wenn ich mich gegen systematische Abläufe unserer Gesellschaft aufrege und eine Wut in meinem Bauch entsteht, die nicht mehr zu kontrollieren ist, dann passiert nur eines:

Ich verliere Energie, bin ausgelaugt, am Boden und übergebe mich. Ich muss kotzen, weil mich so viele Dinge aufregen und ich unfair finde. Zwei große Fronten sind da einmal die Ausländerbehörde, die unfair systematisch Flüchtlinge und auch meinen Verlobten abschieben will. Auf der anderen Seite steht da noch mein großes Fragezeichen der beruflichen Orientierung Ich habe auf Instagram bereits schon gesagt, dass ich als Dozentin bei einer VHS arbeiten werde. Doch selbst das ist noch in der Schwebe, den Honorarvertrag habe ich noch nicht unterschrieben. Zusätzlich brauche ich unbedingt einen sozialversicherungspflichtigen Job, das ist mir durch die kurze Zeit als Selbstständige (als Dozentin) klar geworden.

Ich war auch im Krankenhaus, doch da konnte natürlich niemand was in meinem Magen feststellen. Blutdruck okay, Magen fühlt sich weich an. Was bleibt ist die Psyche, um die sich keiner kümmert. Ich bin selbst auch überzeugt, dass die Magenkrämpfe aus den Kämpfen entstanden sind. Aufgrund des Kampfes gegen das System, den ich als einzige nicht gewinnen kann. Der mir nur Energie raubt.

Doch was bleibt jetzt? Zunächst ist da das Selbstmitleid, weil es mir auch körperlich schlecht geht. Ich entschuldige mich bei meinem Körper, da ich wieder mal nicht genug auf mich selbst aufgepasst habe. Ich habe mein Grenzen nicht gekannt und mich wieder mal nicht geschützt. Selbstmitleid wird hier oft verpönt. Doch es ist für mich der richtige Weg: Ich tue mir selbst Leid. Nur so kann ich aus dem Schmerz lernen, da ich ihn wahrnehme und durch ihn durchgehe.

Jetzt bin ich zum Glück einen Schritt weiter: Durch Inspirationen von Coaches im Internet ist mir klar geworden: Ich kann im außen nicht das Glück suchen. Durch bestimmte Glaubenssätze erschafft jeder seine eigene Realität. Nach dem Gesetz der Gleichheit zieht man immer das an, was in seine eigenen Überzeugungsmuster passt. Sehr negativ habe ich über das deutsche System geklagt. Dementsprechend negativ ist mir auch alles aufgefallen. Ob es nicht auch objektiv wahr ist, kann ich nicht beurteilen. Ich weiß nur, dass ich mich mehr meinem Inneren zuwenden möchte. Ich möchte dankbar dafür sein, was ich bereits jetzt schon habe. Dass ich in einer glücklichen Beziehung bin und wir einen tollen Hund haben.

Mit dem Blick ins Innere, werden äußere Umstände nicht mehr so dramatisch. Eckhard Neuhoff beschreibt das in seinem Buch „Vom Grenzgänger zum freien Menschen“ sehr gut: Gegen etwas zu kämpfen kostet unglaublich viel Kraft. Gegebenes sollte manchmal akzeptiert werden, um für das einzustehen, was möglich ist.

Dementsprechend versuche ich jetzt, nicht an allen möglichen Fronten zu kämpfen sondern nur da, wo ich meine Energie auch einsetzen kann. Das Glück im Inneren zu finden, ist glaube ich der Schlüssel. Dann ist es egal, ob ich in Heidelberg, Barcelona, Stolberg oder Los Angeles wohne.

Crazy New Start – was ist das?

Was ist eigentlich die genaue Bedeutung meines Blogtitels?

Für mich ist ein Crazy New Start, also zu deutsch ein verrückter Neustart immer mit einem positiven Neustart verbunden, auf der Linie meines Herzens sozusagen. Der erste Crazy New Start war nach meiner ersten starken depressiven Phase. Danach habe ich eine Art Aufschwung erfahren, der mir viele Glückshormone in der Sommerzeit beschaffen hat. Hinterher wurde dies von Psychologen kritisch hinterfragt und als „hypomanisch“ bezeichnet. Aber dies ist auch kein Wunder, da mein Stimmungsverlauf der letzten 5 Jahre wellenförmig aussah. Und zwar halbjährig wechselten sich Hochs und Tiefs ab.

Wenn ich von einem Crazy New Start rede, dann rede ich auch von einer richtungsweisenden Veränderung in meinem Leben. Dann spüre ich, dass ich nach einem längeren Loch oder nach einer Krise wieder aufblühe, wieder lebe. Dann spüre ich das Leben und dann mache ich genau das, was meinem „echten wahren Ich“ immer näher kommt. Ganz nach John Strelecky. Der Autor hat den Bestseller geschrieben „Das Café am Rande der Welt“. Ein Welterfolg. Viele sind begeistert. Doch leben wir auch nach diesen Erkenntnissen?

Hast du selbst schon mal einen Crazy New Start in deinem Leben erfahren? Eine Entscheidung für dein Leben, ein Neuanfang, der sich super anfühlt. Vielleicht mit Bauchkribbeln, das dir sagt, dass du den richtigen Weg einschlägst? Verbunden mit Glückgefühlen? Wenn nicht – kann ich sehr empfehlen, dich mal auf die Suche zu machen 🙂

Das Logo wurde designed von der wunderbaren Micheline Benfer. MICHI 🙂

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Max- das neue Abenteuer

Hallo Freunde!

wie ihr auf Instagram (_anvie_) vielleicht gesehen habt, haben wir jetzt eine Baby-Katze. Ich wusste nicht mal, dass man Babykatzen „Kitten“ nennt, da gefällt mir das englische Wort „Kitty“ doch wesentlich besser. Es gibt vieles, was mir in anderen Sprachen besser gefällt, aber sei’s drum.

Ich habe den kleinen Kater (halb Bengale, halb Hauskatze) auf einer Plattform im Internet gesehen und mich direkt in das Bild des kleinen Tigers verliebt. Der Name fiel mir auch direkt – wie eine Eingebung kam mir der Name „Max“ in den Kopf. Aber englisch ausgeprochen wie „Mäx“. Ich habe bei der netten Dame angerufen und schon konnten wir ihn abholen, bzw. Pepe hat ihn auf den Rückweg mitgebracht. Ich war an dem Tag, als die beiden zurück gekommen sind, total aufgeregt. Habe mich sehr auf unser neues Familienmitglied gefreut. Unser Wunsch war auch, ein zweites Tier zu Hause zu haben, damit unser Hund Luki nicht so alleine ist.

Tja- und da war der kleine Racker da:

Es war ein Tag voller Emotionen für mich, plötzlich so ein kleines Baby zu haben. Und da ist mir klar geworden, wie groß mein Respekt gegenüber Müttern ist. Ich mache mich ja hier mit dem kleinen Kätzchen schon verrückt, da ich die Verantwortung spüre. Wie ist das dann mit einem Baby? Das Baby, was man stillen muss, was permanent die Aufmerksamkeit braucht. Eine Babykatze kann man auch mal alleine lassen, aber kein Menschenbaby. Auch bei uns kommt der Schlaf momentan etwas zu kurz, da Max jede halbe Stunde wach wird und auf unserem Bett rumtollt. Da wir momentan noch ein offenes Apartment haben, kann sich halt niemand zurück ziehen. Darunter leiden nicht nur wir. Auch für Luki ist dies eine große Herausforderung. Wie ihr auf folgenden Bildern sehen könnt, war er natürlich auch sehr skeptisch, als Max plötzlich da war:

Ich liebe Luki und daher tut es mir weh zu sehen, dass Max ihn anfaucht und er deshalb noch ängstlicher ist als zuvor. Meine Eltern haben mich gefragt, ob Luki nicht Max beißt. Da muss ich kurz lachen, da Hunde oft vor den Katzen Angst haben. Ich muss aber sagen, wenn eine Katze faucht, schrecke ich auch erstmal zurück. Dank Instagram (Werbung?) habe ich großartige Hilfe bekommen. An dieser Stelle auch Danke an Mara für die Hilfe nachts. Ich habe nämlich in der ersten Nacht einen krassen Albtraum gehabt. Ich bin schon unbehaglich eingeschlafen, weil ich wusste, dass Max irgendwann in unser Bett kommen würde. Ich bin da selber so bisschen unsicher wie Luki komischerweise. Jedenfalls bin ich nachts aufgeschreckt und habe plötzlich 3 Katzen gesehen und fragte Pepe im Halbschlaf: „Siehst du diese Katzen hier?!“ Ich hatte unfassbare Angst. Vielleicht ist unter euch ja ein Traumdeuter und kann mir sagen, was der Traum zu bedeuten hat. Ich hatte unfassbare Angst und gleichzeitig auch ein Schuldgefühl, dass ich eine schlechte „Mama“ für Max sein könnte. Nach 2 Stunden habe ich mich endlich wieder beruhigt und konnte irgendwann auch schlafen. Ich habe aber gemerkt, dass bestimmte Situationen immer noch vieles im Unterbewusstsein aufrütten können.

Jeder sagt so zu meinen Fotos auf Instagram: „Oh ist der süß“ Ja- süß auf jeden Fall und ich liebe ihn auch jetzt schon. Aber Katzen sind doch soooo anders als Hunde, deshalb für mich eine Herausforderung: Sie sind verspielter mit ihren scharfen Krallen, selbstbewusster und scheren sich nicht darum, was andere machen. Auf der einen Seite toll, auf der anderen Seite muss ich mich auch echt daran gewöhnen. Auch diesen „Killerinstinkt“ sieht man doch ständig in Katzen oder nicht? Mich würde das als Hund auch gewaltig unsicher machen.

Wir werden aber alles dafür geben, das wir bald als Familie in einem größeren Haus wohnen werden, wo wir uns alle auch mal zurück ziehen können.

Eines ist mir klar geworden: Viel mehr das wertzuschätzen, was man bereits schon hat, ist glaube ich der Schlüssel zum Glück. Aber die Leute mit Badewanne: „fuck you“. Die hätte ich auch so gerne, ich hoffe wir haben später eine.

Update: Eine Woche später…

Eine Woche später haben wir Max leider wieder abgegeben. Mein innerer Stress wurde immer größer. Auch von außen werden momentan viele Dinge an mich herangetragen, die ich erstmal verarbeiten muss. Ich rede hier von der Unrechtmäßigkeit und Tortur der Ausländerbehörde (des systematischen Versuchs der Abschiebung meines Verlobten) und der Verachtung des Jobcenters, wenn man finanziell abhängig ist. Zudem hörten die Albträume über Katzen nicht auf. Ich hatte somit auch keinen richtigen Schlaf, da ich fast alle zwei Stunden wach wurde, weil Max sich übergab, spielte oder andere Dinge machte. Katzen scheren sich nicht darum, dass sie alles auf den Kopf stellen. Ich hatte eine ziemliche Krise bevor wir Max abgaben, da ich natürlich sehr traurig darüber war. Wie ihr vorher lesen konntet, habe ich alles versucht, Max in unsere Familie zu integrieren. Aber es ist bei uns momentan so stressig, da schon wieder ein Umzug bevorsteht. Es gibt keine Regelmäßigkeit und auch die Aufmerksamkeit, die er braucht, können wir ihm nicht geben. Ich habe aber auch gemerkt, dass Max in allen Armen momentan gut schläft. Da er auch noch so jung ist, wird es sich sehr gut bei Freunden einleben, da bin ich sicher.

Das war eine große Lektion für mich, bevor ich nochmal eine solche Verantwortung übernehme, werde ich mehr nachdenken. Mit Kindern finde ich das nochmals dramatischer und wichtiger zu überlegen, wann man ein Lebewesen in die Welt setzt und ob man dafür psychisch, beruflich und finanziell in der Lage ist. Traurig ist es, zu sehen, wie sich manche Leute nicht genug Gedanken darum zu machen scheinen oder Kinder in die Welt setzen, um von ihren eigenen Problemen abzulenken, oder sich die Liebe von den Kindern zu „holen“, die sie selbst nicht so bekommen haben. Wie wichtig es ist, selbst fest im Leben zu stehen (was auch immer genau das sein mag), bevor man die Verantwortung für ein Lebewesen übernimmt, ist so wichtig geworden für mich.

Europatour 2018

Wie ich bereits in dem Eintrag vorher berichtet habe, kündigte ich meinen Job als Dozentin für eine Sprachschule in Hannover im Oktober 2018. Dieser Job hat mich (wieder) bis an meine Grenzen gebracht und ich war mehr gestresst, als dass mir das in irgendeiner Weise gut getan hätte. Es ist mein Leben, also wofür machte ich das bloß? Pepe hat die kommende Krise natürlich genau mitverfolgt und mich auch in vielen Hinsichten unterstützt. Aber eines Abends war ich so am Boden und wollte nicht mehr am nächsten Tag zur Arbeit gehen. Doch er sagte nicht: „OOH, pass auf, dass du nicht wieder eine Depression bekommst“ (mein Gehirn hat mir sowas gerne auch mit Unterstützung meines Psychiaters oft eingeredet). Sondern er hat mich gefragt, was ich am Liebsten tun würde. Und da wusste ich es, wie es mir besser geht: Nämlich nach Spanien fahren! Und zwar in meine Traumstadt Barcelona.

Gesagt – Getan! Er schlug mir vor, noch am nächsten Tag die Sachen zu packen und los gehts! Dann machten wir Pläne für unseren ersten Roadtrip: Es sollte über die Schweiz, nach Italien, Frankreich und dann nach Spanien gehen. Der erste Halt sollte Mailand werden. Meine Familie hat mich für verrückt erklärt. Wahrscheinlich auch der Rest der Welt. Aber wir waren so verdammt glücklich, als wir in der Nacht im Regen aus Deutschland rausgefahren sind.
Überall war schon Weihnachtsschmuck am Start. Wunderschöne Erinnerungen.

Hier ist eine Karte, in die ich eingezeichnet habe, welche Städte wir in Italien, Frankreich und Spanien gesehen haben.

Diesen Roadtrip haben wir in knapp 2 Wochen gemacht

Jetzt muss ich sagen, dass dieser Satz tatsächlich zutrifft: „LOVE IT. CHANGE IT or LEAVE IT.“ Das heißt: Ich habe meinen Job nicht geliebt. Ich konnte also versuchen, etwas in dem Beruf zu verändern. Ich bin da aber gegen eine Wand gerannt: Einmal in der Behörde und auch in dem System der Privatschulen bin ich untergegangen. Das heißt, es zu verändern, war nicht möglich. VERLASSEN ist das Stichwort! Und es ist tatsächlich so. Ich bin nicht zur Arbeit gegangen, sondern habe mit meinem Liebsten und Luki eine Tour gemacht: voller Freiheit, Unabhängigkeit und Spaß. Und alles Erspartes ist damit drauf gegangen (hinterher sollte mir das noch zum Verhängnis werden). Doch zu diesem Zeitpunkt habe ich das so gebraucht. Ich habe selbst in meinem Portugal Trip die billigsten Hostel genommen, dabei hatte ich doch Geld verdient?! So Leute. Ab jetzt ist Selbstfürsorge angesagt!

Das schöne am Roadtrip ist, dass man die ganze Natur aufsaugen kann, da man ja quasi durch sie hindurch fährt. Wunderschöne Alpen haben wir gesehen und die herrlichen italienischen Serpentinen und durch etliche Tunnels in den Bergen sind wir gefahren. Immer mit dem Radio an, um auch die italinenische und spanische Sprache zu hören. Die mich kennen wissen, dass mir da das Herz aufgeht! Ich liebe diese Sprachen einfach. Deutsch ist so kalt und abstrakt und spanisch einfach gefühlvoll und warm.

Ich lasse jetzt einfach mal ein paar Bilder sprechen.

  1. Stop: Mailand, Milan, Milano 🙂 ITALIEN

…und weiter gehts:

2. Stop: Die italienische Hafenstadt Genua

Hier haben wir das erste mal das MEER gesehen!! Und direkt daneben war eine große Kirmis. Ich muss aber sagen, dass mir die Stadt nicht so sehr gefallen hat. Aber ich wollte auch unbedingt nach Spanien, vielleicht lag es daran. Aber schon das Meer zu sehen, war himmlisch.

Danach ging es weiter nach Frankreich. Ich muss aber sagen, dass mir Frankreich nicht so sehr gefällt. Kaum jemand traut sich, englisch zu sprechen. Der dritte Stop war in Nizza. Auch über 4. Monaco und 5. Monte-Carlo sind wir gefahren. Aber diese Stimmung dort hat mir gar nicht gefallen. Aber klar – da geht halt echt alles nur um Geld. Aber mit den „Schönen und Reichen“ muss ich mich nicht umgeben. Sorry – next!

6. Stop: Marseille

Die Stadt Marseille hingegen hat mir sehr gut gefallen. Französisches Charme aber sehr sehr angenehm und tolles Essen!

Witzige Szenen hatten wir allerdings in dem Restaurant, da der Kellner kaum englisch sprechen konnte und mit der Frage „How old are you“ unseren Hund Luki meinte. Pepe fragte, ob er ihn meinte und der Kellner zeigte auf Luki. Diese Frage nicht in „How old is he“ umstellen zu können, ist schon lustig.

Danach sind wir endlich in mein Lieblingsland SPANIEN gefahren.

🙂 🙂 🙂

Und dann war da unser Traumziel: 7. Stop: BARCELONA

Natürlich sind wir auch erstmal an den Strand gegangen und haben es uns da gut gehen lassen. Strand. Sonne und das Ende des Jahres kurz vor Weihnachten. WAS GIBT ES BESSERES?!

Den Rückweg sind wir dann später wieder angetreten, aber wir haben eine andere Route gemacht, sodass wir über die Schweiz, in Lausanne (Stop 8) zurück gefahren sind und in Heidelberg (Stop 9) einen weiteren Aufenthalt genießen durften. Heidelberg ist für mich auch Urlaub, obwohl es Deutschland ist.

Das Ende der Reise war dann in Düsseldorf und in Krefeld (Stop 10) haben wir dann die 10 Städte voll gemacht – in 2 Wochen. Dort trafen wir meine Familienmitglieder und feierten. Rundum glücklich waren wir dann wieder da im kalten Deutschland. Wie es dann weiter ging, lest ihr unter „Aktuelles“ und im nächsten Eintrag meiner „CRAZY NEW STARTS“.

Pepe

So Freunde. Hier kann ich euch mal über etwas Positives berichten. Hier habe ich euch schon davon erzählt, dass mich meine Arbeit in der Erstaufnahmebehörde in den Wahnsinn getrieben hat. Bzw. in die Depression. Nach meinem Klinikaufenthalt von September 2017 bis Januar 2018 bin ich wieder zurück zu meiner alten Arbeitsstelle gegangen. Dieses mal aber mit weniger Druck auf mich selbst. Doch da ist dann etwas passiert, was mein Leben verändern sollte. Ich habe meinen jetzigen Verlobten Pepe aus dem Iran kennen gelernt. Er ist mir direkt im Kurs aufgefallen, da er und sein bester Freund und seine Frau eine enorme Ausstrahlung hatten.

Ich habe versucht, den Kurs in der Behörde etwas entspannter angehen zu lassen, deshalb setzte ich mich in den Pausen öfter nach draußen und plauderte auch mit meinen Teilnehmer/innen. So kam es, dass ich auch mit Pepe und seinem Freund öfter mal draußen saß und mich unterhielt. Es war sehr interessant, welche Geschichte sie bereits hinter sich hatten als Unternehmer im Iran. Und wie Trump alle Pläne durchkreuzte. Pepe sprach mich nie direkt nach der Klasse an (wie manchmal andere, was sehr unangenehm war). Da er genau das wusste. Er schrieb mich eines Tages bei Instagram an à la <<Hello Teacher>> und fragte mich schließlich nach einem Treffen in Hannover.

Und dann ging das ganz schnell. Sodass ich dann innerhalb von 2 Wochen direkt dorthin gezogen bin. Niemand aus meiner Familie konnte das verstehen oder hätte das unterstützt. Und das war das beste, was ich tun konnte. Ich wechselte meinen Arbeitgeber erst innerhalb in Osnabrück (da ich die BAMF- Zertifizierung für Deutsch als Zweitsprache absolvierte). Dies ist ein anderes Thema, da es eine Tortur war, insbesondere direkt nach meiner Klinikentlassung (3 Monate später).

Dann wechselte ich den Arbeitgeber von Osnabrück nach Hannover, jedoch in einen Honorarvertrag. Ich habe aber unglaublich viele schlechte Erfahrungen gemacht, insbesondere von privaten Anbietern, die Sprachkurse anbieten. Da werden die Lehrer hin,- und hergetauscht. Je nach dem, ob die zahlenden Schüler mit der Lehrkraft klar kommen oder nicht. Doch soviel dazu.

Ich bin einfach unfassbar glücklich mit Pepe, da er mich genau so sieht, wie ich bin. Insbesondere ein Satz hat mich von ihm umgehauen: „Ich habe gemerkt, dass dein Lächeln in der Klasse sehr schnell verschwand, sobald der Kurs vorbei war.“ Und das stimmte auch. Ich legte ein lächelndes Gesicht auf und versuchte Spaß in den Kurs zu bekommen, was aber nicht machbar war. Danach war ich einfach ausgelaugt und musste unbedingt schlafen. Er hat mich sehr gut durchschaut und war der erste Mensch in meinem Leben, der mich so sehr darin unterstützt, wer ich wirklich bin.

Deshalb reden wir auch nicht über die Diagnose „Depression“. Ich habe meinen Job im Oktober gekündigt, weil ich wieder einmal sehr stark am Boden war. Pepe hat mich gefragt, was ich am Liebsten machen möchte. So sind wir auf die Idee gekommen, spontan einen Europatrip zu machen mit dem Endziel unserer Traumtadt BARCELONA! Lest über diesen Roadtrip hier .

Doch erstmal hier ein paar Fotos zu unserem Alltag:

Die mir auf Instagram folgen, wissen dass ich auch viele Bilder unseres gemeinamen Familienmitglieds poste: LUKI. Pepe hat Luki eigentlich als „Gast“ aufgenommen von einem iranischen Paar, das Luki von Griechenland nach Deutschland gebracht hat. Das Paar durfte Luki nicht in der Flüchtlingsunterkunft behalten, deshalb hat Pepe Luki übernommen. Und er bleibt jetzt für immer.

Mehr zu unserem ersten gemeinsamen Eurotrip 2018 in meinem nächsten Post!

Habt einen tollen Tag. Und schreibt mir auf Instagram.

Anvie

Die 4. und letzte Unterdrückungsphase

Hallo Freunde.

Wenn ihr meine letzten Blogeinträge gelesen habt, wisst ihr, warum ich mich mehr und mehr selbst in die Depressionen getrieben habe. Es ging mir in den Sommermonaten zwar immer gut, aber ich habe niemals nach den wahren Gründen meiner Unterdrückung gesucht.

Im Sommer ging es mir in den letzten Jahren immer gut, da ich das getan habe, was mir Spaß gemacht hat. Interessanterweise bin ich in genau diesen Zeiten auch immer Partnerschaften eingegangen, die teilweise nicht wirklich gesund für mich waren. Ich werde aber absichtlich nicht darüber schreiben, da ich dies mit den Personen direkt klären würde, anstatt hier meine Gedanken dazu öffentlich zu äußern.

Eine Sache will ich aber dazu sagen: Ich war immer sehr laut, lebensfroh und teilweise chaotisch und schnell verletzlich, wenn ich in meinen „guten Phasen“ war. In den kommenden depressiven Phasen war ich immer komplett alleine. Entweder ich habe irgendwie Schluss gemacht, oder etwas anderes ist passiert.

Dazu kam, dass ich zu dieser Zeit keine „richtigen Freunde“ hatte. Es ist schwer, das zu bewerten aber aus meinem Standpunkt heraus, hatte ich einfach keine Leute an meiner Seite, die mich vor einer weiteren „Depression“ retteten. Jetzt würde ich sagen: Schnapp‘ dir deinen depressiven Freund und fahrt raus, weit weit weg in die Natur, am besten in die Sonne! Meine Mama hat gesagt, dass man nicht vor seinen Problemen weglaufen kann. Aber wenn du in einer beschissenen Situation steckst, vielleicht beruflich, vielleicht aber auch privat. Dann rette dich verdammt nochmal und geh aus dieser Situation raus! Eine depressive Phase habe ich in Spanien in der Sonne verbracht und danach ging es mir viel viel besser!! Das ist niemals für alle der Fall, ich rede nur von meinen Erfahrungen. Meiner Meinung nach ist es so so wichtig, auch die Umgebung anzuschauen und sich zu fragen: Bin ich vielleicht depressiv, weil die Umgebung um mich herum so verdammt negativ ist und mich auffrisst? Warum hassen sich alle immer selbst?

Meine vierte depressive Phase fing im Juli 2017 an, so langsam bis sich der Winter immer mehr näherte. Meine berufliche Situation sah so aus, dass ich gegen mein Herz gearbeitet habe. Ich habe in einer Erstaufnahmebehörde für „Flüchtlinge“ gearbeitet und diese Situation in Verbindung mit meinem Chef hat mich kaputt gemacht. Ich habe einen einwöchigen Erstorientierungskurs geleitet. Das ist ein Witz! Eine Woche zum Deutsch lernen?! WOFÜR?! Ich war halt der Meinung, dass ich nach meinem Studium direkt arbeiten muss, deshalb habe ich diese Stelle angenommen ohne auch nur die geringste Ahnung vom Unterrichten zu haben. Aber Hauptsache mit Migranten arbeiten. Hauptsache irgendwie „helfen“. Dass ich mir selbst erstmal helfen muss, ist mir sehr sehr spät (aber nicht zu spät) klar geworden. Ich habe versucht, die aufkommende Krise irgendwie zurückzuhalten und habe eine Reise nach Portugal alleine gemacht (10 Tage). Da habe ich aber den Fehler gemacht, dass ich so viel wie möglich sehen wollte und auch in sehr unbequemen und lauten Hostels geschlafen habe, anstatt mir was zu gönnen! Einfach in der Sonne am Strand liegen und das jeden Tag, das hätte ich gebraucht.

Hier ein paar Bilder aus Portugal (12.07.2017 – 22.07.2017)

Ich habe auf meiner Reise durch Portugal (Lissabon, Porto und Coimbra) viele neue Leute kennen gelernt. Dies war schön, aber immer nur von kurzer Dauer, denn danach ging jeder wieder seinen Weg. Danach spürte ich immer eine gewisse stärkere Einsamkeit. Meine Reise mit Pepe später (Oktober 2018) war dann doch ganz anders, wenn man mit der Person, die man liebt, alles erleben kann. Dies ist Glück für mich.

Am Ende dieser Reise war mein Energielevel jedoch auf 0. Ich konnte nicht mehr. Dabei wollte ich eigentlich meine Energie wieder aufladen. So ist das, wenn man nicht genug auf sich selbst hört. Ich wusste, dass ich wieder arbeiten muss, wenn ich wieder nach Hause komme, deshalb war die Krise vorprogrammiert. Energielos und ausgelaugt stand ich dann letztendlich wieder vor meiner Klasse. An diesem Tag erbarmten sich nur 2 Leute aus Afrika. Ich konnte mich nicht mehr zusammenreißen und fing tatsächlich an zu weinen. Da ich keine unmittelbaren Kollegen hatte, meldete ich mich bei den Angestellten der Behörde krank und fuhr verzweifelt nach Hause. Ab da ging dann die neue Psychotherapeutensuche in Osnabrück los. Ich wusste, dass ich eine ambulante Therapie nicht nochmal schaffe und besser gleich in eine Klinik gehen sollte. Deshalb erkundigte ich mich direkt bei den Therapeuten, welches die beste Klinik für Depressionen im Umkreis ist. Meiner Meinung nach sollte man nicht in die nächste Klinik gehen, sondern sich erkundigen. Aus vielen anderen Erfahrungsberichten weiß ich, dass viele sogar mit einem schlechteren Zustand aus der Klinik kamen, als sie reingegangen sind.

Der letzte Satz meiner Aufzeichnungen lautet „Es ist ab Januar bis jetzt schon wieder super viel passiert.. Ich lebe mein Leben echt wie in einer Achterbahn: Zwei Beziehungen, Praktikum und danach Job, alleinige Portugalreise und das alles in 8 Monaten“. Die Folge war ein fünfmonatiger Klinikaufenthalt auf einer Depressionsstation in der Nähe von Osnabrück. Mit Yoga, Meditation, Sport, Kunsttherapie und Einzelgesprächen mit Therapeuten.

Klingt nach bipolar, sagen die Pychologen.

Klingt nach einem langen Weg auf der Suche nach dem inneren Ich, sage ich.

Über meinen „Crazy New Start“ nach meinem Klinikaufenthalt berichte ich hier.

Ich kann euch aber sagen, dass die wirklich Aufarbeitung erst nach der Klinikphase begonnen hat. Das heißt, als ich aus der Klinik entlassen wurde, ging es mir immer noch recht schlecht. Laut Angaben der Klinik sei dies aber „normal“, da man nur eine Stabilisierung wünsche, damit die Patienten sich wieder im Alltag zurech finden. Dann aber in meinen alten Beruf zu gehen, der ein großer Herd meiner Depression war, empfinde ich heute als höchst problematisch. Insbesondere, weil keine Therapeuten mit mir darüber gesprochen haben.